Wie viel kostet es, im Jahr 2026 ein Haus zu verkaufen?

Wer sein Haus verkaufen möchte, denkt meist zuerst an den Verkaufspreis – doch was viele unterschätzen, sind die Kosten, die beim Verkauf selbst entstehen. Von Maklergebühren über Notarkosten bis hin zu kleineren, aber oft übersehenen Ausgaben: Die Gesamtkosten eines Hausverkaufs können einen erheblichen Teil des Erlöses ausmachen. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Kostenpunkte, die Verkäufer weltweit im Jahr 2026 einplanen sollten.

Wie viel kostet es, im Jahr 2026 ein Haus zu verkaufen?

Ein Hausverkauf ist selten so unkompliziert, wie er auf den ersten Blick erscheint. Neben dem eigentlichen Verkaufspreis entstehen auf Verkäuferseite zahlreiche Kosten, die bei unzureichender Planung den Nettoerlös deutlich schmälern können. Wer diese Ausgaben kennt und versteht, kann besser verhandeln, realistischere Erwartungen setzen und möglicherweise an der richtigen Stelle sparen.

Maklerprovisionen und -gebühren

Die Maklerprovision gehört zu den größten Einzelposten beim Hausverkauf. Je nach Land und Region liegt sie typischerweise zwischen 3 % und 7 % des Verkaufspreises – manchmal wird sie zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt, manchmal trägt eine Seite den Großteil allein. In Deutschland beispielsweise wurde 2020 gesetzlich geregelt, dass die Provision grundsätzlich geteilt wird, sofern der Makler von beiden Seiten beauftragt wird. In anderen Ländern, etwa in den USA, übernimmt traditionell der Verkäufer die gesamte Provision, was in der Regel rund 5 % bis 6 % des Verkaufspreises entspricht. Bei einem Haus im Wert von 400.000 Euro können allein die Maklergebühren zwischen 12.000 und 28.000 Euro ausmachen – ein Betrag, der nicht unterschätzt werden sollte.

Einige Verkäufer entscheiden sich für sogenannte Discount-Makler oder Festpreismodelle, bei denen eine fixe Gebühr statt einer prozentualen Provision anfällt. Solche Modelle können kostengünstiger sein, gehen jedoch manchmal mit einem reduzierten Leistungsumfang einher.

Abschlusskosten und Ausgaben des Verkäufers

Neben der Maklerprovision entstehen beim Abschluss eines Hausverkaufs weitere Kosten, die je nach Land und Vertragskonstellation variieren. Dazu zählen:

  • Notarkosten: In vielen Ländern ist ein Notar gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland trägt in der Regel der Käufer diese Kosten, doch international ist das nicht einheitlich geregelt.
  • Grundbucheintragung und Eigentumsübertragung: Gebühren für die offizielle Umschreibung des Eigentums können je nach Immobilienwert mehrere Hundert bis Tausend Euro betragen.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Wer noch eine laufende Hypothek auf die Immobilie hat, muss beim vorzeitigen Ablösen möglicherweise eine Entschädigungszahlung an die Bank leisten.
  • Steuern auf Veräußerungsgewinne: Wird eine Immobilie mit Gewinn verkauft, kann in einigen Ländern eine Kapitalertragsteuer anfallen – insbesondere wenn die Immobilie nicht selbst bewohnt wurde.

Diese Abschlusskosten summieren sich häufig auf 1 % bis 4 % des Verkaufspreises und sollten frühzeitig in die Kalkulation einbezogen werden.


Kostenart Typische Spanne Hinweise
Maklerprovision 3 % – 7 % des Verkaufspreises Oft teilbar zwischen Käufer und Verkäufer
Notarkosten 0,5 % – 1,5 % Länderspezifisch, oft vom Käufer getragen
Grundbuch & Eigentumsübertragung 0,3 % – 1 % Variiert stark je nach Jurisdiktion
Vorfälligkeitsentschädigung 1 % – 3 % der Restschuld Nur bei laufender Hypothek relevant
Kapitalertragsteuer 0 % – 30 % des Gewinns Abhängig von Haltedauer und Wohnsitzstatus
Renovierungen vor dem Verkauf 500 € – 20.000 € Stark abhängig vom Zustand der Immobilie

Preise, Gebühren oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel genannt werden, basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen eine unabhängige Recherche durchzuführen.


Zusätzliche Verkaufskosten und Einsparmöglichkeiten

Neben den oben genannten Hauptposten gibt es eine Reihe weiterer Ausgaben, die beim Hausverkauf entstehen können. Dazu gehören Kosten für Home Staging, professionelle Fotos, Inseratsgebühren auf Immobilienplattformen sowie eventuelle Reparaturen, die vor dem Verkauf durchgeführt werden müssen. Auch ein Energieausweis – in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben – verursacht Kosten, die je nach Anbieter zwischen 100 und 500 Euro liegen können.

Einsparpotenzial besteht an verschiedenen Stellen: Wer die Immobilie selbst vermarktet (sogenannter FSBO-Verkauf, “For Sale By Owner”), kann Maklergebühren ganz oder teilweise einsparen. Allerdings ist dabei erheblicher Zeitaufwand einzuplanen, und ohne Fachkenntnis können Fehler bei Vertragsgestaltung oder Preisfindung entstehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verhandlung mit dem Makler über die Höhe der Provision – insbesondere in einem starken Marktumfeld haben Verkäufer hier oft Spielraum. Außerdem lohnt es sich, mehrere Notare oder Dienstleister zu vergleichen, da die Preise für Gutachten, Staging oder Fotografie teils erheblich variieren.

Ein gut informierter Verkäufer, der die Kostenstruktur kennt, ist in einer wesentlich stärkeren Verhandlungsposition und kann den endgültigen Nettoerlös deutlich optimieren. Die Gesamtkosten eines Hausverkaufs belaufen sich weltweit häufig auf 8 % bis 15 % des Verkaufspreises – ein Wert, der verdeutlicht, wie wichtig eine sorgfältige Vorbereitung ist.

Ein Hausverkauf im Jahr 2026 erfordert mehr als nur einen guten Preis: Wer die verschiedenen Kostenebenen von Maklerprovisionen über Abschlusskosten bis hin zu kleineren Zusatzausgaben kennt und gezielt plant, schützt seinen Erlös und trifft fundierte Entscheidungen auf dem Immobilienmarkt.